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Ein Weblog. Version 2.0. Natürlich beta. Von Ralf G., Webworker aus Karlsruhe. Schrieb einst das Netzbuch voll.

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Die Unendlichkeit im Endlichen: Endlose Seiten

Rolle

Mein »Alles-Web-2.0-Live-Stream« namens »Panta Rei« ist nun, dem taufrischen »Endless Page Plugin« für Rails sei Dank, als »endlose Seite« implementiert. D.h., es gibt keine Paginierung à la »Suchmaschinenergebnisseite«, sondern es werden automatisch per »Ajax« Artikel nachgeladen, wenn Mensch vor dem Schirm zum unteren Ende der Seite vorgedrungen ist.

Dieses »Endless Pageless« genannte Pattern tauchte erstmals mit dem Humanized Reader auf und wurde schon 2006 von Peter Forde beschrieben. Heutzutage ist es auch bei soup.io zu bewundern, und, wie gesagt, nun gibt es auch ein schmuckes Rails-Plugin.

Wie ist das Meinungsbild da draußen an den Geräten für den Einsatz von endlosen Seiten, sinnvoll oder sinnlos?


In diesem Krieg sind alle Tricks erlaubt

Bild: great patriotic war 2

[Bild: »great patriotic war 2« – axiepics@flickr CC by-nc-nd, Thanx!]

In Deutschland tobt ein Krieg! Es wird um die Zukunft der überkommenen Medien im Web gekämpft. Verleger, Öffentlich-Rechtliche Sender und die gewählten Regenten dieser Republik sind der Ansicht, dass im Web jetzt mal »Schluss mit lustig« ist und Regulierungen her müssen. Politiker regulieren gerne, und die Verleger freuen sich stets über Regulierung, wenn sie ihren ökonomischen Interessen dient. Deshalb verläuft die Front derzeit zwischen der gemeinsamen Heeresleitung von Verlegern und Ministerpräsidenten (vor allem schwarzer politischer Couleur) auf der einen und den Öffentlich-Rechtlichen Sendern auf der anderen Seite. Die mögen zwar auch Regulierung, aber anders, sehen sie sich doch als Gralshüter des »Schönen Wahren Guten« gegen die fiesen kommerziell motivierten Meinungsmachtkonglomerate der Verleger.

Die Verleger führen den Kampf mit den ihnen zur Verfügung stehenden publizistischen Bodentruppen, besonders hervor tat sich dabei die FAZ, die seit Monaten mit tendenziösen Artikeln wie diesem die Öffentlich-Rechtlichen (ÖR) unter schweres Artilleriefeuer nimmt. Dass diese, insbesondere mit dem GEZ-Unwesen, mitunter ein leichtes Ziel abgeben, ist zwar wahr, ändert aber nichts an Schussrichtung und Motivation der Angriffe.

Gestern abend (30.4.08) schlug die ARD mit einem gezielten Raketenangriff zurück. Im Beitrag »Quoten, Klicks und Kohle« wurde über den Schatten des für die ÖR typischen Abwägungsgebot gesprungen und eine volle publizistische Breitseite abgefeuert. Nach dem bei »Wortfeld« zu lesenden durchgesickerten Entwurf eines neuen Rundfunkstaatsvertrag sollen die Aktivitäten der ÖR auf reine Sendungsbegleitung gedeckelt werden, was den Abschied für Angebote wie tagesschau.de bedeuten würde. Den Verlegern sind die Nachrichtenangebote der ÖR ein Dorn im Auge, denn wer sich dort umfassend informiert, besucht nicht mehr die ebenso seriösen wie informativen Klickstrecken von Angeboten wie welt.de, um dort als Klickvieh Seitenabrufe zu generieren. Der ARD-Beitrag nahm sich dem Thema auf unterhaltsam polemische Weise an und unternahm eine Reise durch die schöne neue Welt der Verleger im Web.

Die Botschaft zusammen gefasst: Die Verleger wollen die ÖR im Web weg haben. Der gesetzliche Informationsauftrag der ÖR ist in Gefahr, wenn sich die Bürgerinnen und Bürger nur noch auf den niveauärmeren privaten Angeboten »informieren«. Autor Thomas Leif besuchte mit der Kamera die Chefs und Redaktionen der Verleger-Angebote im Web, und deren Motivation wurde hervorragend herausgearbeitet. Die Verleger merken, dass die alten Medien Seher und Leser verlieren und wittern nun im Web das Geschäft. Hier können sie expandieren, nun auch Fernsehen machen, das sie aber lieber »Videojournalismus« nennen, denn Fernsehen in Deutschland unterliegt bekanntlich strengen Regeln. Zuschauer, die lieber auch im Web den (m.E. im großen und ganzen hervorragenden) Journalismus der Tagesschau aufrufen, statt sich den etwas einfältigen »User-Generated-Häppchen-Content« à la Zoomer rein zu ziehen, stören das Geschäft.

Apropos, besonders unterhaltsam war der Besuch bei zoomer.de. Fremdschämen war angesagt als ein Zoomer-Redakteur befragt wurde und eigentlich nicht so recht wusste, was er bei Zoomer so treibt. Und es gab einen unrühmlichen Auftritt von Mercedes Bunz, Online-Chefredakteurin des Tagesspiegels (von Holtzbrinck, die auch hinter Zoomer stehen), die Leif mitteilte, dass sie alles, was die ARD dort gedreht hat, vor der Veröffentlichung erst kontrollieren möchte. Im Schützengraben des publizistischen Stellungskriegs redet man halt anders als auf den Podien der »Web-Yeah-User-Super-Freiheit«-Zusammenkünfte dieser Republik, das war die ganz alte Schule…

Leider gibt es den Beitrag (noch?) nicht komplett online zu sehen Den Beitrag kann man online anschauen (links, »Herunterladen«), auf der Website zum Film kann man auch nur einige der im Film gezeigten Interviews anschauen.

Der Staatsvertrag ist so nicht akzeptabel, darum stimme ich Netzpolitik zu, dass die Ministerpräsidenten ein wenig bearbeitet werden müssen. Das Web ist groß, es ist Raum für die benutzergenerierten Infohäppchen für die Pisa-Generation, Tennis-Spielerinnen-Po-Klickstrecken »seriöser« Zeitungen als auch bewährte Qualität à la Tagesschau. Auf keinen Fall darf das Web den Verlegern, die mit ihren regionalen Konglomeraten in vielen Regionen sowieso ein Print-Meinungsmonopol haben, als publizistisches »Geld-Verdien-Reservat« per Staatsvertrag zugeschlagen werden. Wenn wir ÖR wollen, muss es sie auch in der gewohnten Form im Web geben, die Verleger haben sich dieser Konkurrenz zu stellen.

Wer in diesem Krieg gar nicht vorkommt, sind wir, die wir »Web-2.0-mäßig« Inhalte unterhalb des Radars erzeugen. Das ist nicht das Schlechteste. Denn in einem Punkt sind sich die Kriegsparteien einig: Das mit dem Web jeder einfach so, am Ende auf eigene Rechnung und mit eigenen Produktionsmitteln, seine Inhalte einstellen kann, das geht auf keinen Fall…


Barcamp Offenburg

Barcamp Offenburg

Mein letzter Barcamp-Besuch ist schon anderthalb Jahre her, bei den in Frage kommenden Veranstaltungen seit der deutschen Barcamp-Initialzündung damals in Berlin kam stets etwas dazwischen. Also war es mal wieder höchste Zeit, da kam das Barcamp Offenburg, nicht weit vom Karlsruher »uninformation-HQ« entfernt, gerade richtig.

Zunächst mal ein großes »Danke schön« an das Orgateam, den Gastgeber Burda und die Sponsoren. Wir Barcamper wurden auf das Allerbeste versorgt mit Nahrung, Getränken, WLAN, einem Dach über den Kopf und einem für den plötzlichen Frühlingsausbruch im Badnerland perfekt passenden lauschigen Garten.
Wie sagen die jungen Leute: »Orga-Team, ihr habt gerockt!« ;)

Barcamp Offenburg

Der organisatorische Rahmen war also perfekt bereitet, es lag an den Barcampern, gemäß der ehernen Barcamp-Regel »keine Zuschauer, nur Teilnehmer« etwas daraus zu machen. Was nach meinen Eindrücken gelungen ist. In den Sessions, an denen ich teilgenommen habe, gab es einen regen fachlichen Austausch und niemand nutzte die Gelegenheit als Vehikel für irgendwelche Werbeaktionen für eigene Unternehmungen, was Barcamps bekanntlich gerne von denen, die gar nicht da waren, unterstellt wird. Im Gegenteil, in allen Gesprächen war eine Freude am freien Austausch zu spüren. Auch am Sonntag, als es spürbar leerer wurde, füllte sich die Session-Wand ziemlich schnell mit interessanten Themen. Und auch das Vergnügen bei informellen Gesprächen im Garten kam nicht zu kurz. Fazit: Ich war eigentlich ohne konkrete Erwartung angereist und angenehm überrascht, so macht das Spaß.

Da mich unter dem Motto »Meine Daten sind meine Daten« das Thema »Ausbruch aus den umzäunten Mauern der kommerziellen Social Networks« gerade interessiert, hatte ich kurzentschlossen eine unvorbereitete Session zum Thema »Freie soziale Netzwerke« vorgeschlagen, die zu einem interessanten Austausch wurde. Das Thema ist im Moment Objekt vielfältiger Bemühungen, Stichworte sind dazu bspw. Open Social, DataPortability oder OpenID und Werkzeuge wie OAuth, FOAF, xfn, APML und die Grundidee des »Semantischen Webs«. Es wurde beklagt, dass die großen »Player« in üppig besetzten Gremien gewaltige Dokumente verfassen, statt ein wenig »agiler« zu denken und mit den vorhandenen Werkzeugen und Möglichkeiten erst einmal zu starten. Wenn etwas implementiert wie, wie z.B. OpenID bei Yahoo!, dann ist das halbherzig. So kann man z.B. Yahoo! als OpenID-Provider benutzen, sich dort aber nicht mit einer außerhäusigen OpenID einloggen. Beides gehört aber eigentlich zusammen.
Es gibt auch Ansätze für freie Vernetzung von unten, wie das Projekt Noserub, das aber noch in den Kinderschuhen steckt. Man darf gespannt sein, ob und was aus diesem Mix aus Technologien und Organisationen entstehen wird und wer mitspielen wird. Ein Thema, wo man dran bleiben und mal etwas experimentieren muss.

Wer nun beim Lesen auf den Barcamp-Geschmack gekommen ist: Nach dem Barcamp ist vor dem Barcamp, bei Medienrauschen gibt es eine Übersicht über die im deutschsprachigen Raum geplanten nächsten Barcamps. Und fürchten muss sich davor keiner, Johannes gibt eine Hilfestellung für Anfänger, und beim Elektrischen Reporter kann man schauen, wie es da so zu geht.

Und natürlich nicht die Regeln vergessen: »Regel 1: Du sprichst über ein BarCamp. Regel 2: Du bloggst über ein BarCamp.« Wer sich dran gehalten hat ;), kann man im Barcamp-Wiki nachlesen.

[Nachtrag 29.04.08] Im »seriösen Filial-Blog« gibt es eine Zusammenfassung einer weiteren interessanten Session zum Stand der Dinge in Sachen Web-Video.


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Meine Lieblingsbank im Hardtwald

Den 100. Artikel in uninformation.org widme ich hiermit feierlich meiner Lieblingsbank im Karlsruher Hardtwald, die ein unbekannter Künstler mit dem Antlitz meines uneingeschränkten Lieblingsministers verschönt hat…

Übrigens: Im ersten Blog, damals, Anno 2002, dauerte es nicht einmal 2 Monate, bis die 100 Artikel geschrieben waren. Hier waren es nun 16 Monate. Allerdings: Früher hatte man ein Weblog und sonst nichts. Es gab ja nichts, mit Kartoffelstempeln haben wir Botschaften in 140 Zeichen an Hauswände getwittert.

Heute produziert man in den vielfältigen Wirren des so genannten »Web 2.0« Inhalte an vielen vielen digitalen Orten, die damals ein eigener Blogeintrag gewesen wären. Und weil man eben nun, Anno 2008, sich so dezentral fühlt, versucht man, diese Dezentralität der eigenen Online-Persona mit Eigenbauten oder einem weiteren dezentralen Dienst wie Friendfeed wieder zu zentralisieren.

Ziemlich komisch eigentlich, ist es nicht?


Rails-Konferenz 2008. Anmelden. Jetzt!

Rails-Konferenz 2008

Wie schon mal erwähnt, am 10. Juni gibt es die dritte Auflage der Rails-Konferenz in Frankfurt (und tags zuvor, am 9. Juni einen Workshop-Tag). Das ist bekanntlich die einzige Rails-Konferenz in deutscher Sprache.

Seit gestern ist auch die Anmeldung (Preise) eröffnet. Wie auch schon mal erwähnt, ich war bei den beiden ersten Auflagen als zahlender Kunde dabei, es hat sich gelohnt, wurde ich nicht dümmer von… ;)

Disclosure: Ich kenne eine der Organisatorinnen recht gut, und bin auch für digitale Hilfsarbeiten der Organisation eingespannt.


Netztand III - Daueraktualisierte Wordpress-Blogs

Ein verzichtbares Ärgernis: Wordpress-Weblogs, deren alte Einträge im Feedreader ständig als »aktualisiert« angezeigt werden, weil Herr oder Frau Blogger ein Plugin für »verwandte Artikel« oder »Stichworte« oder was auch immer (kenne mich mit diesen schlimmen WordPress-Frickolagen nicht so gut aus) im Artikeltext(!) verwendet, das dann logischerweise nach jedem neuen Eintrag alle möglichen alten Einträge aktualisiert.

Ich fordere hiermit zum massenhaften Unsubskribieren solcher Kandidaten auf!


Unter falscher Flagge

Auf der re:publica hat mich jemand davon überzeugt, dass die wahrhaft kühlen Internetter ihr Zeug unter der Flagge einer .io-Domain segeln lassen. Gesagt, getan, yet another blog, yet another tumblr: uninformat (wird auch schon in Panta Rei aggregiert).

Da ich mal wieder etwas Neues (so technisch gesehen) ausprobieren wollte, schwankte ich zwischen tumblr und soup. Eigentlich ist soup kühler (vgl. Chaos Radio Express 072), aber tumblr unterstützt das bei mir äußerst beliebte Tagging und gewann damit.

Vom Tumblen hatte ich es ja schon mal damals, vor zweieinhalb Jahren, und habe auch mal drüber geredet. Tumblen ist das wahre Bloggen! ;)

.io ist übrigens die Top-Level-Domain (TLD) des Britischen Territoriums im Indischen Ozean (engl. besser), dessen Flagge Ihr da oben seht. Diese TLD wird, wie bei vielen kleinen Staaten und autonomen Gebieten, die von einer Menge Wasser umgeben sind, an Leute, die dumm genug sind, sich um eines zweifelhaften Coolness-Faktors willen eine überteuerte Domain zuzulegen ;), verkauft.


Willkommen!

Bild: Der Autor Willkommen! Mein Name ist Ralf G. Ich bin ein Web-Entwickler, -Designer und -Autor aus Karlsruhe und uninformation.org ist mein Weblog, eine Sammlung von Berichten, Links, Tipps und Beiträgen aus dem Leben im Web.
Weitere Informationen gibt es im schönen blauen Informationsbereich am Fuß der Seite.
Wem die Weblogartikel noch nicht genug von mir sind, findet mit »Pantha Rei« einen umfassenden »Ralf-G-Total-Stream« mit allen Inhalten, die ich im Netz publiziere.

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